Europas Kirchen treffen sich in Norwegen
KEK-Vollversammlung: Europas Kirchen treffen sich in Norwegen
Über 700 Delegierte vom 25.06.-02.07. zur Vollversammlung der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) in Trondheim zum Thema "Jesus Christus heilt und versöhnt - unser Zeugnis in Europa" zusammenkommen.
Es handelt sich um das größte ökumenische Ereignis in Skandinavien seit der Versammlung des Weltkirchenrats in Uppsala im Jahre 1968. Eine wichtige Nahtstelle zwischen den beiden nordischen Treffen ist Dr. Kenneth Kaunda, der ehemalige Präsident Sambias, der in Uppsala als Sprecher auftrat und nunmehr anlässlich der Vollversammlung in Trondheim die Eröffnungsrede halten wird. Er bringt seine Erfahrung zu den Themen Gerechtigkeit, Heilung und Versöhnung ein und platziert die Versammlung der KEK in einen internationalen Rahmen.
Zentrales Thema dieser Vollversammlung wird die Versöhnung sein. Gleichzeitig wird ein neues Element eingeführt, das Element der "Heilung", welches in ganzheitlichem Sinne erforscht werden wird, von Themen der Gesundheit über ethische Fragen bis hin zur Notwendigkeit der "Heilung der Erinnerungen" in Bezug auf die vergangenen und gegenwärtigen Konflikte zwischen den Menschen und Kirchen in Europa.
Aufbauend auf die positiven Erfahrungen der "dialogue fora" in Graz werden die Themen der Vollversammlung in 16, durch Partnerorganisation der KEK vorbereitete, Hearings erarbeitet. Bei diesen Hearings geht es um Friedensprozesse, Globalisierung, Umwelt, nachhaltige Entwicklung, Frauenhandel, europäische Sozialpolitik, Zivilgesellschaft, HIV/AIDS, Migration, Bioethik, Informationsgesellschaft, Beziehungen zwischen Mehrheits- und Minderheitskirchen, Kooperation im Bereich der Missionsarbeit und den Dialog mit dem Islam.
Anlässlich dreier Plenarsitzungen werden drei größere Herausforderungen für die ökumenische Bewegung in Europa behandelt: Die Bewertung des Prozesses der Charta Oecumenica, mit Richtlinien für die wachsende Zusammenarbeit zwischen den Kirchen. Die Charta Oecumenica wurde in Straßburg im April 2001 vorgestellt: die Besonderheit an diesem Treffen war, dass Kirchenführer und Jugendliche in gleicher Zahl teilnahmen. Das zweite Plenartreffen in Trondheim wird dementsprechend ein "Jugendplenum" sein. Es wird die ökumenische Vision aus dem Blickwinkel der jungen Generation beleuchten. Schlussendlich wird es ein Plenum zum Thema "Europa und europäische Zukunft" geben. Dieses Plenum, das in einer kritischen Phase des europäischen Integrationsprozesses stattfindet, wird sich damit auseinandersetzen, was im Rahmen der Suche nach der "Einheit in der Vielfalt" in Europa geschieht und es wird sich mit der Rolle Europas in der Welt, sowie der Rolle der Kirchen bei der Bewältigung dieser Probleme beschäftigen. Die enge Zusammenarbeit zwischen der COMECE und der Kommission für Kirche und Gesellschaft der KEK wird ebenfalls ein Gesprächsthema sein.
Die Vollversammlung wird sich mit dem Bericht "Von Graz nach Trondheim" befassen, der die Aktivitäten der KEK von 1997 bis 2003 zusammenfasst. Sie wird eine Bewertung der Integration der Europäischen Ökumenischen Kommission für Kirche und Gesellschaft (EECCS) in die KEK vornehmen, welche seit 1999 die Kommission für Kirche und Gesellschaft der KEK geworden ist und ihre Sitze in Brüssel und in Straßburg hat. Darüber hinaus wird sie die Pläne zur Integration der in Brüssel basierten Kommission der Kirchen für Migranten in Europa (CCME) diskutieren.
Ein vitaler Bestandteil der Vollversammlung werden die Gottesdienste sein (Predigten u.a. vom Ökumenischen Patriarchen, Bartholomäus, sowie dem neuen Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams). Gleichzeitig wird der "Torg", ein großes Ausstellungsgelände, als "Wohnzimmer" der Vollversammlung und somit als Forum für Redner, kulturelle Ereignisse, sowie als Raum für zwischenmenschliche Kontakte dienen.


