Sunday 19. May 2013
Nr. 51 (7/2003)

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SARS - eine Herausforderung

Gesundheitspolitik: SARS - eine Herausforderung
Die Lungenkrankheit SARS zwingt zu gemeinsamem Vorgehen gegen Humankrankheiten


Das Schwere Akute Respiratorische Syndrom (SARS) fordert weiterhin Opfer. Längst noch nicht konnten dem Erreger der Seuche alle Geheimnisse entrungen werden. Zwar wurde das Genom entschlüsselt, doch rätseln die Forscher weiterhin über Herkunft der Krankheit, ihre Veränderungen und darüber, warum einige an SARS Erkrankte genesen und andere nicht. Die EU-Gesundheitsminister, die sich Anfang Mai versammelten, um über eine Koordinierung ihres Vorgehens zu beraten, mussten feststellen, wie sehr doch das Fehlen gemeinschaftlicher Bestimmungen und Strukturen ihre Handlungsmöglichkeiten einschränkt. EU-Kommissar David Byrne erklärte, die EU sei gut gegen Tierseuchen gewappnet. Bei Erkrankungen des Menschen jedoch erweise sie sich als machtlos. Die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten befürwortet den Vorschlag eines "Europäischen Zentrums zur Prävention, Überwachung und Kontrolle übertragbarer Krankheiten". Man will damit nicht zusätzliche bürokratische Hürden schaffen, sondern einen Informationsaustausch ermöglichen, durch den Doppelarbeit vermieden, Synergien zwischen den Ländern genutzt und Verfahren eingeführt werden können, mittels derer gemeinsame, schnelle und konsequente Entscheidungen möglich sind. Die Gesundheitspolitik soll dabei weiterhin, der nationalen Souveränität unterliegen, denn jedes Land hat seine eigenen Traditionen und jedes Volk seine eigene Mentalität. Vorsorgemaßnahmen und Notfalleinsätze sollten jedoch auf der Grundlage gemeinschaftlicher Verfahren erfolgen. Die Parlamentsdebatte vom 13. Mai zum Thema SARS hat zu diesen Feststellungen und der allgemeinen Ratlosigkeit nichts Neues gebracht. Der im Namen des Rates auftretende griechische Gesundheitsminister Costas Stefanis machte lediglich einige pragmatische Vorschläge.... Die Mehrzahl der Abgeordneten hielt mit ihrer Enttäuschung und Ungeduld nicht hinterm Berg. Grenzüberschreitende Herausforderungen erforderten grenzüberschreitende Antworten, so ihre Meinung. Es ist somit höchste Zeit die Alibidiskussionen und armseligen Ansätze zur Bekämpfung der Seuche einzustellen und statt dessen verantwortliches Handeln zu beweisen. Es müssen dringend Gelder bereit gestellt werden für qualifizierte, den Anforderungen entsprechende Forschungsarbeiten. Und vor allem muss die EU im Gesundheitsbereich echte Befugnisse erhalten. Muss es erst zu Katastrophen kommen, damit die Gelegenheit für ein gemeinsames Vorgehen wahrgenommen wird.
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