Tuesday 21. May 2013
Nr. 53 (10/2003)

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Europa unter der Hitzeglocke

Klima: Europa unter der Hitzeglocke
Die Hitzewelle, die uns diesen Sommer heimsuchte, hat tief greifende, tragische Auswirkungen auf ganz Europa


Es war nicht ein Land allein, sondern ganz Europa, das unter diesem mörderischen Sommer zu leiden hatte. Zwar konnte die EU-Kommission Portugal, wo 400.000 Hektar Wald vom Feuer vernichtet wurden, im Rahmen des Solidaritätsfonds, der nach den Überschwemmungen im letzten Jahr geschaffen worden war, mit 31,6 Mio. Euro unter die Arme greifen. Das Land kann zudem mit einer Rückzuteilung von 182 Mio. Euro aus den Strukturfonds zur Wiederankurbelung der Wirtschaft und zur Instandsetzung öffentlicher Infrastrukturanlagen rechnen. Doch war dies nicht die einzige Tragödie, die von der Dürre herrührte und die insbesondere die Landwirtschaft hart getroffen hat. Im Juli beschloss die Europäische Kommission ein Maßnahmenbündel zugunsten der Erzeuger in den betroffenen Regionen, insbesondere den Zugang zu Interventionsbeständen an Getreide und Reis als Viehfutter sowie Vorauszahlungen für Rinder, Schafe und bei großen Anbauflächen. Das 2001 gegründete Katastrophenschutzzentrum soll bei Notfällen die europäische Zusammenarbeit sicherstellen. Leider gibt ihm sein aktuelles Mandat nicht die Möglichkeit, die bei Großkatastrophen notwendige Hilfe zu leisten. Der Katastrophenschutz unterliegt der nationalen Zuständigkeit, so dass nur etwas unternommen werden kann, wenn der Ministerrat die Kommission um einen entsprechenden Entwurf ersucht. Die EU darf sich jedoch nicht auf Notfallmaßnahmen beschränken. Die Kommission hat bereits ihre Absicht bekundet, nunmehr bei jedem Strukturfonds-Programm einen Bereich "Vorbeugung von Naturgefahren" vorzusehen. Zudem hat sie ein System zur Information über Waldbrände mit einer Brandgefahrenkarte, die europaweit aktuelle Daten enthält, erarbeitet. Nicht zuletzt ist es wichtig, dass Europa seine Führungsrolle im Kampf gegen die Klimaveränderungen beibehält. So hofft man in der EU, dass das Kyoto-Protokoll, das bereits von 113 Ländern ratifiziert wurde, möglichst bald in Kraft treten wird. 10 der 15 EU-Mitgliedstaaten haben jedoch bei Weitem noch nicht ihren Anteil zur angestrebten Reduzierung der Treibhausgase beigetragen. Joseph Raber
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