Saturday 25. May 2013
Nr. 71 (5/2005)

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UN-Frauenkonferenz

Analyse der anlässlich der UN-Konferenz in New York 10 Jahre nach der Erklärung von Beijing sowie nach der Aktionsplattform vorgenommenen Bestandsaufnahme und Bewertung.
Vom 28. Februar bis zum 11. März 2005 nahm ich bei den Vereinten Nationen in New York an einer Konferenz über die Bedeutung und die Stellung von Frauen in der Welt teil. Es handelte sich um eine Folgekonferenz der berühmten Frauenkonferenz von Beijing aus dem Jahre 1995. An die viertausend Nichtregierungsorganisationen waren bei der Konferenz vertreten. Parallel zur Konferenz fand eine ganze Reihe von Begleitveranstaltungen statt, die sich mit einer Vielfalt an Themen auseinandersetzten, von Gleichberechtigung und Übergabe von Eigenverantwortung bis hin zum weltweiten Kampf gegen HIV/AIDS. Ich nahm als Vertreter der Weltjugendallianz an der Konferenz teil, eine Jugendorganisation, die sich der Förderung der Menschenwürde auf internationaler Ebene, der Solidarität zwischen Entwicklungsländern und Industrienationen sowie einer Kultur des Lebens verschrieben hat. Ziel der Konferenz war es nicht, ein neues Kapitel über weltweite Frauenthemen zu schreiben, war sie doch in erster Linie organisiert worden, um frühere UN-Konferenzen zu bewerten und zu bestätigen. Dennoch brachte die US-Delegation bei den Vereinten Nationen einen Änderungsantrag zur ursprünglichen Erklärung von Beijing ein. Ziel ihres Änderungsantrags war es, klarzustellen, dass Abtreibung nicht als ein internationales Menschenrecht anerkannt ist und es auch nicht sein sollte. Gewisse Passagen der ursprünglichen Erklärung von Beijing und der Aktionsplattform von 1995 hatten in der Tat eine derartige Interpretation zugelassen. Insgesamt stieß der US-Antrag, der von der Vertretung des Heiligen Stuhls unterstützt wurde, auf heftige Ablehnung, insbesondere bei zahlreichen europäischen Ländern, so dass der Änderungsantrag der amerikanischen Delegation zum Ende der ersten Woche nicht aufgenommen wurde. Der größte Widerspruch kam von denjenigen, die mit verschwommenen Begriffen wie ?sexuelle und reproduktive Rechte? für die Förderung der Abtreibung eintreten. Viele Konferenzteilnehmer und Teile der Medien beschrieben den Antrag der amerikanischen Delegation als einen Rückschritt für Frauen und als Einschränkung politischer Maßnahmen, mit denen Frauen geholfen werden soll.  Gleich und doch unterschiedlich ?Gleichberechtigung der Geschlechter? war ein Begriff, der bei der Konferenz immer wieder zu hören war. Ich würde es allerdings vorziehen, wenn im Zusammenhang mit den Rechten der Frauen der Begriff Gleichberechtigung der Menschenwürde und des Menschseins verwendet würde. Ich glaube, dass Männer und Frauen unterschiedlich und doch gleich sind. Ich verstehe hierunter die physischen, psychologischen und ontologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Ideologien dürfen nicht auf einer individualistischen Sichtweise der Weiblichkeit aufbauen und viele Versuche, die Frauen ?gleich? zu machen, haben in Wirklichkeit die Frauen vermännlicht. Das Fazit der Konferenz lautete, dass sich die Situation der Frauen zehn Jahre nach der Beijingkonferenz zwar gebessert hat, dass es aber noch viel zu tun gibt. Frauen stellen weltweit nach wie vor die Mehrheit der Armen dar und in vielen Teilen der Welt verweigert man ihnen nach wie vor das Recht zu wählen, das Recht auf Eigentum oder auf Bildung. Das nächste hochrangige UN-Gipfeltreffen im September 2005 wird zum Ziel haben, den Stand der Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) zu überprüfen. Man kann nur hoffen, dass die Führer der Welt sich diesen MDGs erneut verpflichten und somit wiederum einen Betrag dazu leisten werden, das hoffnungslose Elend vieler Frauen weltweit zu lindern.

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