Wednesday 19. June 2013
Nr. 71 (5/2005)

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Christus, die Kirche und Kommunikation

Die Verbreitung der Botschaft Christi gehört zum Kern des christlichen Glaubens. Warum sollte sich die Kirche im Zeitalter der Information und der Kommunikation die neuen Medien nicht so gut wie möglich zunutze machen?
Nie zuvor gab es so viele Massenkommunikationsmittel und -methoden wie in der heutigen Zeit. Radio, digitales und interaktives Fernsehen, Handys, Zeitungen und Zeitschriften sowie das Internet sind in der Lage, durch Anwählen einer Nummer, auf Knopfdruck oder durch Umblättern einer Seite Informationen zu liefern. Herkömmliche Kommunikationsmittel ? in mündlicher Form, in Form von Briefen oder Reden ? sind weiterhin nützlich und sinnvoll, doch sind es die neueren und weiter reichenden Kommunikationsmittel, die in der Gesellschaft eine immer wichtigere Rolle spielen. Und eine immer unumgänglichere Rolle für die Kirchen. In seinem am 24. Januar 2005 veröffentlichten Apostolischen Schreiben über die schnelle Entwicklung der Kommunikationsmittel rief Papst Johannes Paul II. die Kirche auf, die Massenmedien nicht nur als Mittel zur Verbreitung des Evangeliums zu nutzen, ?sondern die heilbringende Botschaft heute mehr denn je in die ?neue Kultur? zu integrieren, die die machtvollen Instrumente der Kommunikation schaffen und verbreiten. Dies ist eine wahrlich große Herausforderung, insbesondere in Europa, wo die Stimme der Wahrheit mehr und mehr auf Ablehnung stößt und zugunsten einer weltlichen Stimme an den Rand gedrängt wird, die dazu neigt, ethische bzw. moralische Betrachtungen in der öffentlichen Debatte zu vermeiden oder herunterzuspielen. Massenkommunikation ermöglicht die Realisierung eines wahrhaft ?globalen Dorfes?. Der verstorbene Papst betont, dass ?die schnelle Entwicklung der Technologie im Bereich der Medien sicher eines der Zeichen des Fortschritts in der heutigen Gesellschaft ist?. Das darf aber nicht mit Assimilation gleichgesetzt werden. Innerhalb dieses Dorfes muss Platz für Vielfalt, Individualität und Gedankenaustausch bleiben. Die Kirche muss darüber hinaus bewusste Anstrengungen in Richtung ?einer Art pastoralen und kulturellen Erneuerung machen, um so in der Lage zu sein, den Zeitenwandel, in dem wir leben, in entsprechender Weise bewältigen zu können? und optimal auf das moderne Kommunikationsphänomen zu reagieren. Als Christen verfügen wir über das perfekte Beispiel für Kommunikation ? Jesus Christus selbst. Wir können von seinen Methoden und Ansätzen lernen: Jesus ging hin und traf Menschen ? in der Synagoge, am Brunnen, auf dem Markt. Die Medien mögen sich verändert haben, doch die Botschaft bleibt die gleiche!  Die persönliche Note Nichts kann das ersetzen, was Papst Johannes Paul II. den ?delikaten Austausch zwischen Geist und Geist, Herz und Herz, der jede Kommunikation auszeichnen muss, die der Solidarität und der Liebe dient? nennt. Wenn die Kirche auf diese persönliche und delikate Note durch eine einfühlsame und zugängliche Kommunikationsstrategie reagieren könnte, dann wäre sie nicht nur in der Lage, das Evangelium zu verbreiten und den Dialog sowie den ökumenischen und interreligiösen Austausch zu fördern, sondern sie befände sich in einer günstigen Position, um die menschliche Würde und das Wohl der Gesellschaft vor einer größeren Zielgruppe zu verteidigen. Die Kirche sollte keine Angst vor Kommunikation, bzw. vor der damit einhergehenden Technologie haben. Um es mit Franklin Delano Roosevelt zu sagen: ?Das Einzige, vor dem wir Angst haben müssen, ist die Angst selbst?. Die Massenmedien bieten der Kirche neue und inspirierende Möglichkeiten und zusätzliche Mittel der Anteilnahme. Die Kirche muss mit den neuen Medien Schritt halten, da ihre Botschaft in der heutigen Zeit so bedeutungsvoll ist wie eh und je. Sie darf ihre Stimme nicht von der Fülle der anderen Stimmen übertönen lassen.

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