Nord und Süd
Vor zehn Jahren wurde auf der Barcelona-Konferenz die Euro-Mittelmeer-Partnerschaft ins Leben gerufen, welche in der Folge als Barcelona-Prozess bekannt wurde. Seit 2004 sind die zehn Mittelmeer-Partnerstaaten Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, der Libanon, Marokko, die Palästinensische Autonomiebehörde, Syrien, Tunesien und die Türkei zudem in die Europäische Nachbarschaftspolitik (ENP) eingebunden. Diese beiden politischen Initiativen finden gleichermaßen Anwendung.
Der Barcelona-Prozess besteht aus drei Kapiteln im politischen und sicherheitspolitischen, im wirtschaftlichen und finanziellen sowie im sozialen und kulturellen Bereich, jeweils auf der zwischenstaatlichen und auf der regionalen Ebene. Durch die Förderung dieser beiden Dimensionen innerhalb des Barcelona-Prozesses erhofft man sich eine Vertiefung und Verstärkung der regionalen Zusammenarbeit zwischen den Mittelmeerpartnern. Gleichzeitig sollten durch bilaterale Abkommen zwischen der EU und jedem der zehn individuellen Partner die allgemeinen Ziele des Prozesses widergespiegelt werden, wobei die einzelnen Partnerschaften ihre jeweiligen Besonderheiten aufweisen.
In einem unlängst von der Friedrich-Ebert-Stiftung vorgelegten Bericht wird betont, dass die Euro-Mittelmeer-Partnerschaft es versäumt, die Zivilgesellschaften einzubinden. In dem Bericht mit der Überschrift ?Die Euro-Mittelmeer-Partnerschaft den Menschen näher bringen ? 35 Vorschläge zur Einbindung der Zivilgesellschaft in den Barcelona-Prozess? heißt es, dass ?Verbände religiöser Prägung, die einer der eigentümlichsten Ausdrücke der sozialen Kohäsion darstellen, vollkommen von den Initiativen der Euro-Mittelmeer-Partnerschaft ausgeschlossen worden sind.?
Im Vorfeld der für November geplanten außerordentlichen Konferenz zum zehnjährigen Bestehen sowie des Erneuerungsprozesses der Partnerschaft müsste daher die Frage der Rolle der Zivilgesellschaft, insbesondere im Hinblick auf die vielen verschiedenen religiösen Verbände, systematisch angegangen werden.


