Friday 24. May 2013
Nr. 72 (6/2005)

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Der Beitrag der Kirchen zu einem nachhaltigen Europa

Die Kirchen stellen einen beträchtlichen Anteil der Zivilbevölkerung dar. In seiner Rede vor der 5. Vollversammlung des Europäischen Christlichen Umweltnetzwerkes (ECEN, Basel, 4. bis 8. Mai) forderte Ernst Ulrich von Weizsäcker zu pädagogischen Aktionen auf, durch die den BürgerInnen die Tatsache bewusst gemacht werden könne, dass heutzutage alles vom Idol des « Marktes » beherrscht wird.
In ihrem Abschlussbericht erklären die 120 ursprünglichen Teilnehmer aus 30 europäischen Ländern: «wir sind sehr besorgt angesichts der Verschlechterung der ökologischen und sozialen Lage» auf weltweiter Ebene. Trotz aller Warnungen von Wissenschaftlern und Politikern sind die zum Schutze der Ressourcen der Erde getroffenen Maßnahmen äußerst unangemessen. Zu Beginn der Tagung hob der britische Theologe Michael Northcott hervor, dass «die Ursachen für die ökologische Krise der heutigen Zeit ihren Ursprung im Westen haben, und zwar genau in denjenigen Ländern, die sich zu einem christlichen Erbe bekennen. Es ist von grundlegender Bedeutung, dass die europäischen Christen sich ihrer Verantwortung für die Armut und die ökologische Zerstörung in den ärmsten Ländern der Welt in der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart bewusst bleiben». Die Kirchen sind dazu aufgefordert, eine «ökologische Ethik» zu bilden, die entgegen sämtlicher moralischer und umweltpolitischer Regeln als einzige wirkliche Änderungen im heutigen System herbeiführen könnte. Eine bittere Analyse stellte auch Dr. Janos Zlinsky vom Regionalen Umweltzentrum in Szentendre, Ungarn vor: «fünfzehn Jahre nach dem Zusammenbruch des Kommunismus hat Osteuropa nicht nur mit den ökologischen und sozialen Problemen zu kämpfen, die es schon vor 1989 hatte, sondern zusätzlich noch mit den Problemen des Westens». Angesichts der schweren, gegen die Marktwirtschaft und den Kapitalismus erhobenen Anschuldigungen, formulierte die Versammlung in ihrem Abschlussbericht eine Reihe von Vorschlägen für konkrete Aktionen in sieben Bereichen (Schöpfungszeit, Schöpfungstheologie, Klimawandel, Mobilität, Wasser, Bildung). Darin wird an die «Notwendigkeit erinnert, dass die Verantwortlichen der Kirchen eine Zeit der Schöpfung einplanen»; es wird vorgeschlagen, an Ostern 2006 eine «europäische Kampagne ?autofreie Zeit?» zu veranstalten. Darüber hinaus werden aber auch die zahlreichen positiven Beispiele genannt, wie etwa die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Tituskirche in Basel, in der der Eröffnungsgottesdienst der Versammlung stattfand. Diese Solaranlage produziert 10.000 kW ökologischer Energie pro Jahr und die auf diese Weise eingesparten 40.000 Euro werden dazu verwendet, in Nigeria Solarkühlschränke zur Konservierung von Medikamenten zu kaufen. In diesem Dokument mit Appellcharakter werden die europäischen Institutionen aufgefordert, «die von ihnen selbst erarbeiteten, allgemeinen politischen Grundsätze der Nachhaltigkeit in effizienterer und kohärenterer Weise in die Tat umzusetzen», den Wettbewerb und die Zusammenarbeit bei der Suche nach neuen Technologien im umweltpolitischen Bereich zu fördern und die «zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele»erarbeiteten Kriterien zu respektieren. In einem Schreiben, dass das ECEN an die G8-Staaten schicken wird, die im Juli in Schottland zu ihrem Gipfeltreffen zusammentreffen werden, wird die rasche Verabschiedung radikaler Maßnahmen zur Begrenzung der CO2-Emissionen angemahnt. Das ECEN , welches auf der Zweiten Europäischen Ökumenischen Versammlung (Graz 1997) gegründet wurde, und von der KEK unterstützt wird, hat zum Ziel, ein europäisches Netzwerk für die Erfahrungen der Kirchen in Bezug auf die Themen der Schöpfung einzurichten. Weitere Informationen finden Sie auf folgender Website: www.ecen.org.

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