Thursday 20. June 2013
Nr. 76 (11/2005)

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Herausforderung: Migration und Entwicklung

Im Bemühen um die Millenniumsentwicklungsziele setzt sich die EU mit der Beziehung zwischen Migration und Entwicklungshilfe auseinander.
Migrationsbewegungen sind zu einem immer ernsteren Problem geworden, von dem Aufnahme- wie Herkunftsländer gleichermaßen betroffen sind. Am 1. September 2005 verabschiedete die Europäische Kommission ein Maßnahmenpaket zum Thema Migration und Asyl. Darin werden mehrere Empfehlungen zur Nord-Süd-Migration ausgesprochen, um die Auswirkungen der Migration auf die Entwicklung zu verbessern. Die Kommission erkennt die Bedeutung der Finanzströme aus dem Norden in den Süden durch Migranten, die ihren Familien in ihren Herkunftsländern Geld schicken. Diese Ströme haben im Aufnahmeland positive Auswirkungen. Die Kommission spricht Empfehlungen zur Verbesserung der Bedingungen für die Überweisung dieser Gelder aus, um diese ?billiger, schnellerer und sicherer zu machen und ihre Auswirkung auf die Entwicklung in den Aufnahmeländern zu verbessern.? Des Weiteren macht sie Vorschläge zur Verwendung dieser Gelder, die unter anderem Partnerschaften zwischen Mikrofinanzinstitutionen und größeren Finanzinstitutionen vorsehen. Dies bedeutet, dass das ganze Land von diesen Finanzbewegungen profitieren wird, und nicht nur der unmittelbare Empfänger. Durch den Versuch, die Rolle der Migranten als Akteure in der Entwicklung ihrer Heimatländer zu fördern, zielen diese Empfehlungen darauf ab, mit Hilfe von Initiativen wie dem Aufbau von Datenbanken und der Schaffung von Verbindungen einen Beitrag zu ?einer stärkeren Einbindung bereitwilliger Mitglieder der Diaspora in die Entwicklung ihrer Heimatländer? zu leisten. Eine zirkulare Migration könnte als Möglichkeit des Qualifikationstransfers einen erheblichen Beitrag zur Entwicklung der Herkunftsländer leisten. Es müsste dem Süden ermöglicht werden, verstärkt an den im Norden gelernten Fertigkeiten teilzuhaben, indem man den Migranten gestattet, bzw. es ihnen leichter macht, in ihre Herkunftsländer zurückzukehren, ob für eine bestimmte Zeit oder auf Dauer. Die Mitteilung schlägt Initiativen zur Entschärfung der negativen Auswirkungen des so genannten ?brain drain? (Abwanderung von Fachkräften) vor, durch den in den Herkunftsländern und/oder in spezifischen Sektoren ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften entsteht So soll die Arbeitsmarktlage in den Herkunftsländern berücksichtigt und die Einstellung von hoch qualifiziertem Fachpersonal begrenzt werden. Die Kommission plant, diese Problematik durch die Förderung von institutionellen Partnerschaften anzugehen. Das Phänomen muss mit Hilfe eines integrierten Ansatzes zwischen Migrations- und Entwicklungspolitik angegangen werden, um die Armut einzudämmen und gleichzeitig das Wirtschaftswachstum anzuregen.  Migration: nicht nur ein Wirtschaftsfaktor Das Paket enthält Aspekte wie Finanzströme, Humankapital usw., um die Entwicklung in den Herkunftsländern stärker beeinflussen zu können, allerdings zielen diese Maßnahmen lediglich auf die wirtschaftliche Entwicklung lassen soziale und kulturelle Folgen der Migration außer Acht. Das Phänomen der Migration hat zweischneidige Konsequenzen für die Herkunftsländer. Auf der einen Seite kann sie durch den Zufluss von Kapital sowie durch die Rückkehr der Migranten mitsamt ihren Qualifikationen sein. Auf der anderen Seite jedoch hinterlässt sie Engpässe in den Humanressourcen dieser Länder, welche ein geringeres Wirtschaftwachstum nach sich ziehen und in Schlüsselsektoren zu einem Mangel an qualifiziertem Personal (Ärzte, Krankenschwestern, Lehrer usw.) führen können. Dieser ?brain drain? stellt einen der problematischeren Teile dar. Es werden jedoch vor allem Initiativen hervorgehoben, welche die verschiedenen Arten der Verbindung zwischen den Migranten und ihren Herkunftsländern schaffen, verstärken und unterstützen werden, so dass Migration als ein Phänomen angesehen werden kann, das auch positive Auswirkungen auf die Herkunftsländer hat.

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