Tuesday 21. May 2013
Nr. 76 (11/2005)

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COMECE und USCCB Bischöfe treffen zusammen

Die transatlantischen Beziehungen zwischen den Bischöfen aus der EU und aus den USA waren Gesprächsthema eines dreitägigen Seminars in Brüssel.
Fünf Bischöfe der Katholischen Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten (USCCB) kamen vom 21. bis zum 23. September nach Brüssel, wo sie mit neun Bischöfen der COMECE zusammentrafen, was es in dieser Art noch nie gegeben hatte. Ziel dieses Seminars war es, wie es Kardinal McCarrick, der Erzbischof von Washington D.C., zum Ausdruck brachte, ?ein besseres Verständnis zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Europa zu schaffen.? Das Seminar fand in einer für die transatlantischen Beziehungen viel versprechenden Zeit statt. Die zweite Bush-Regierung hat eine Außenpolitik gewählt, in der die Europäische Union als Verbündeter und Partner angesehen wird. Der Leiter der Abteilung Europäische und Eurasische Angelegenheiten im US-Außenministerium, Daniel Fried, betonte daher: ?Die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa konzentrieren sich weniger auf sich selbst, auf die Art der Beziehungen, sondern eher darauf, die Beziehungen zum Funktionieren zu bringen.? Mit diesem frischen Wind im Rücken bemühten sich die Bischöfe der USCCB und der COMECE denn auch darum, Möglichkeiten zu erörtern, wie auch sie zusammenarbeiten und besorgniserregende Themenbereiche angehen könnten. Das Seminar begann mit einer öffentlichen Debatte: ?Die Herausforderung von Globaler Sicherheit und Governance: die Ethik von Krieg und Frieden und die Rolle des Völkerrechts und der internationalen Institutionen?. Dabei wurden diverse Aspekte erörtert, z.B. wie die USA und die EU in dieser unsicheren Welt Sicherheit gewährleisten können, die Förderung von Menschenwürde und Frieden sowie die Fähigkeit der internationalen Institutionen, der Regierungen und der Kirche, das Völkerrecht und das weltweite Allgemeinwohl zu stärken. Die Debatte erfreute sich eines interessierten Publikums, das für einen belebenden Impuls für die nachfolgenden Diskussionen sorgte. Die EU und die USA werden gerne als die globalen ?Kraftwerke? der Moderne bezeichnet. Ihre Bemühungen um die Förderung von Verständnis, Frieden und Gerechtigkeit in Regionen wie dem Heiligen Land, dem Balkan und Afrika sind von entscheidender Bedeutung, wobei die Kirche eine aktive Rolle zu spielen hat. In Bezug auf die ethnischen Spannungen auf dem Balkan beschlossen die europäischen und amerikanischen Bischöfe, über konkrete Möglichkeiten nachzudenken, wie sie einen Beitrag zu Frieden und Versöhnung in dieser Region leisten könnten. Des Weiteren wollen sie die christlichen Gemeinschaften, die bereits dort tätig sind, auch in Zukunft unterstützen. Der Einfluss von Religion stellt ein wichtiges Thema auf beiden Seiten des Atlantiks dar, sei es die Position des Islams auf der globalen politischen Bühne, die Verantwortung der christlichen Politiker oder die Grenzen der Rolle der Kirche im öffentlichen Leben. Die Bischöfe unterstrichen, dass die Basis all dieser Themen das Recht auf Glaubensfreiheit sowie ein gemeinsamer Dialog sei. Im Bewusstsein um die Trennung zwischen dem Spirituellen und dem Weltlichen betonten die Bischöfe jedoch, dass Religion nicht nur auf die Privatsphäre beschränkt werden dürfe, da religiöse Überzeugung naturgemäß eine öffentliche Dimension zum Ausdruck bringe.  Lediglich der Anfang? Dieses Treffen war lediglich der Anfang einer Zusammenarbeit, die hoffentlich zu einer fruchtbaren transatlantischen Partnerschaft werden wird. Die Lebhaftigkeit, mit der sich die Bischöfe austauschten, zeigt, dass es viele weitere Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit gibt. Die Vertreter der COMECE und der USCCB mögen in der Tat von unterschiedlichen Seiten des Atlantiks stammen, doch sind sie im Ethos und in der Soziallehre der einen Kirche vereint.

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