Thursday 23. May 2013
Nr. 79 (2/2006)

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Einführung der neuen ?.eu? Top-Level Domain

Am 1. Dezember 2005 wurde die neue höchste Internetdomäne ?.eu? gestartet. Das Anmeldeverfahren zum Erwerb eines ?.eu? Domainnamens wird in drei Phasen erfolgen. Im Folgenden wollen wir versuchen, das Anmeldeverfahren zu erläutern und klarzustellen, warum die Einführung des ?.eu? einen eigenen Artikel wert ist.
Innerhalb kurzer Zeit ist das Internet für viele zu einem unverzichtbaren Medium für den Zugang zu mannigfaltigen Informationen und deren Verbreitung geworden. Das Internet hat eine wahre, anhaltende Kommunikationsrevolution herbeigeführt. Im Bewusstsein der wachsenden Bedeutung des Internets hat der Europäische Rat die Kommission damit beauftragt, die Einführung des Top-Level Domains ?.eu? zu forcieren. Bestehende Domainnamen lauten unter anderem ?com?, ?.org?, ?.de?, ?.es?, usw. Die EU erhofft sich durch die Einführung der ?.eu? Domäne die Schaffung einer europäischen Identität im Internet, was insbesondere den in der EU ansässigen, europaweit operierenden Firmen und Unternehmen zum Vorteil gereichen würde. Anfang 2000 gab die Europäische Kommission ihr erstes Arbeitspapier zu diesem Thema heraus, dem zwei weitere Mitteilungen folgten, bevor nach zahlreichen Einsprüchen des Parlamentes eine Verordnung verabschiedet wurde. Internet Top-Level Domainnamen werden durch die Organisation ?Internet Corporation for Assigned Names and Numbers? (ICANN) vergeben. Die EU musste ein langwieriges Verfahren durchlaufen, bis das ?.eu? als Top-Level Domainname genehmigt wurde. Am 23. März 2005 erteilte die ICANN die Erlaubnis. Damit diese Genehmigung erteilt werden konnte, beauftragte die ICANN die Organisation EURid mit der Leitung der Einführung des ?.eu?. EURid ist ein Zusammenschluss aus drei Registerbetreibern von Ländercode Top-Level Domains aus Belgien (?.be?), Italien (?.it?) und Schweden (?.se?). EURid ist eine gemeinnützige Gesellschaft mit Hauptsitz in Brüssel und weiteren geplanten Niederlassungen in Stockholm, Pisa und Prag. (www.eurid.eu) An ihrem ersten Arbeitstag erhielt EURid über 100.000 Domainanträge, ein Beweis dafür, wie attraktiv die Domäne ?.eu? sein wird. Prognosen zufolge soll ?.eu? nach ?.com?, zur zweit beliebtesten Top-Level Domäne werden, wobei alleine im ersten Jahr mit einer Million ?.eu?. Domainregistrierungen gerechnet wird. ? Anmeldeverfahren Es wurde beschlossen, die Anmeldungen zum Erhalt eines ?.eu? Domainnamens zu staffeln. Durch die Staffelung des Anmeldeverfahrens haben diejenigen, die ein vorrangiges Recht auf eine Marke oder auf gewisse Namen haben, die Möglichkeit, die entsprechende Domäne zu erhalten, in der Hoffnung, dass die Domainnamen nicht durch ?Cyber Squatters? erworben werden, die den Domainnamen zurückhalten, um ihn anschließend höchstbietend verkaufen zu können. Es sei zunächst darauf hingewiesen, dass nur diejenigen ?Unternehmen, die ihre eingetragenen Büros, Zentralverwaltungen oder Hauptsitze innerhalb der Europäischen Union haben? sowie innerhalb der EU etablierte Organisationen und innerhalb der EU eingetragene natürliche Personen antragsberechtigt sind. Das Anmeldverfahren soll drei Phasen umfassen. Die erste Phase, die so genannte ?Sunrise Period? hat am 7. Dezember 2005 begonnen. Insgesamt wird die ?Sunrise Period? bis zum 7. April 2006 dauern. Während dieser erster Phase können diejenigen, die nachweisen können, dass sie ein vorrangiges Recht haben, ihren Namen anmelden. In dieser Phase müssen diese Antragsteller auch nachweisen, dass sie entweder eine Körperschaft des öffentlichen Rechts oder aber Besitzer/Lizenzinhaber eines Markennamens, bzw. Inhaber einer geographischen Bezeichnung oder einer Herkunftsbezeichnung sind. Aus diesem Grund wird diese erste Phase relativ eingeschränkt sein. Am 7. Februar 2006 beginnt dann die zweite Phase der ?Sunrise Period?, während derer Inhaber anderer vorrangiger Rechte (beispielsweise nicht eingetragene Markennamen, Firmennamen, Akronyme, Geschäftsbezeichnungen), die nach dem Gesetz des jeweiligen Mitgliedslandes geschützt sind, antragsberechtigt sind. Sämtliche Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet. Am 7. April beginnt schließlich die dritte Phase, die so genannte ?Landrush Period?, während derer jedermann - Firma oder Privatperson - einen Domainnamen beantragen darf, ohne ein vorrangiges Recht nachweisen zu müssen. Auch diese werden auf der Grundlage ?first-come-first-served? vergeben. ? Wie und wo anmelden Um einen ?.eu? Domainnamen beantragen zu können, müssen die Antragsteller über einen Registratoren gehen. Nur akkreditierte Registratoren dürfen über ein automatisiertes System einen Antrag auf einen Domainnamen stellen. EURid gewährt immer mehr Registratoren diese Erlaubnis. Eine Liste der akkreditierten Registratoren ist auf der Website http://list.eurid.eu/registrars/ListRegistrars.htm zu finden. Registratoren dürfen unterschiedliche Gebühren erheben, dementsprechend lohnt es sich, sich umzuschauen, um denjenigen mit dem besten Angebot zu finden. INFOBOX 1 Warum brauchen wir einen Domainnamen? Die Veröffentlichung von Information auf einer Website des World Wide Web (www, besser bekannt als das Internet) ist nur möglich, wenn man über einen Webspace verfügt, den man für gewöhnlich von jemandem mietet, der die erforderlichen Dienste anbietet ? einem so genannten Webhosting-Anbieter. Mit einer Spezialsoftware kann der Inhalt einer Website auf den Webserver des Anbieters hochgeladen werden, wo er für alle, die dies wünschen, einsehbar ist. Damit der Nutzer die entsprechende Website auch findet, hat jede von ihnen ihre eigene, einzigartige Internet-Protokoll-Adresse (IP-Adresse) die eine Reihe von vier Zahlen enthält. Und damit der Nutzer sich besser an die Internetadresse erinnern kann, hat jeder Code zusätzlich hierzu einen Domainnamen (z. B. www.bischofskonferenz.at oder www.comece.org). Der Nutzer einer Domäne darf den Namen frei wählen ? solange dieser noch verfügbar ist und noch nicht von jemand anderem verwendet wird, frei nach dem Motto ?first-come-first-served?. Der Name selbst enthält eine Top-Level Domain (TLD; z.B ?.de? für Deutschland ?.fr? für Frankreich [Ländercode] oder eine allgemeine TLD wie ?:com? oder ?.org?.) sowie eine Second-Level Domain/Subdomäne (wie z.B. ?comece?). Gewisse ?allgemeinere Domainnamen? ? wie ?shop?, ?sport? oder ?sex?, aber auch ?church? oder ?catholic? sind sehr begehrt und damit auch sehr teuer. INFOBOX 2 Einige interessante Fakten über das Internet Die Zahl der in Europa mit Breitbandtechnik vernetzten Haushalte ist im vergangenen Jahr um 65% gestiegen, eine Rate, die doppelt so hoch ist, als die in den USA. Das größte Wachstum verzeichnete Frankreich. Die ersten kommerziellen Onlinedienste wurden 1992 verfügbar. Das Konzept des World Wide Web wurde 1991 ins Leben gerufen, als ein Dienst, der auf Hypertext beruhte - ein System von in einem Text eingebundenen Links, die auf andere Texte verweisen. Erste Ideen und Konzepte zur Entwicklung eines Systems, das Informationen zwischen Computern austauscht, tauchten in den frühen 60er Jahren auf. 85% der europäischen Studenten nutzten im ersten Quartal 2004 das Internet. In nahezu allen Mitgliedsstaaten nutzten im ersten Quartal 2004 weniger Arbeitslose das Internet als Beschäftigte. Die Nutzung des Internets durch Arbeitslose variierte von 8% in Litauen und 10% in Lettland bis 86% in Schweden und 76% in den Niederlanden. In allen Mitgliedsländern waren es die RentnerInnen, die das Internt am wenigsten nutzten. In dreizehn Mitgliedsländern nutzten weniger als 10% der RentnerInnen das Internet, ein Anteil, der lediglich in den Niederlanden (54%), in Schweden (45%), in Dänemark (34%) und in Luxemburg (32%) bei über einem Viertel lag. (Eurostat)

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