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Neuste Reflektionen der COMECE zur Wissenschaft und Bioethik
Wie können wir mit Wachkoma-Patienten umgehen? Wie sind die Aussichten für die Verbesserung des menschlichen Lebens durch technische Mitteln? Wie können wir den illegalen Organhandel und den Transplantations-Tourismus bekämpfen? Was genau sind sexuelle und reproduktive Gesundheitsrechte? Dies sind die sehr technischen, aber dennoch wichtigen Themen, mit denen sich die EU zusehends konfrontiert sieht. Um einen Einblick in die ethische Dimension dieser Probleme zu geben, veröffentlicht das Sekretariat der COMECE seinen zweiten Band zu “Science & Ethics” ("Wissenschaft & Ethik"). In der Publikation analysiert die Reflexionsgruppe Bioethik die oben genannten Konzepte und Situationen, um schließlich zu reflektierten Empfehlungen an die EU-Entscheidungsträger zu kommen.
Die wichtigsten und erst kürzlich verfassten Berichte und Stellungnahmen nehmen sich dem Thema sexueller und reproduktiver Gesundheit an. Dessen Definition verschwimmt zusehends, da es im Widerspruch zu einer genauen Auslegung des internationalen und europäischen Rechts Abtreibung als “Recht” zu umfassen scheint. Der wiederholte Gebrauch des Ausdrucks – in Erklärungen, Resolutionen und Empfehlungen – macht es zu einem üblichen Begriff. Dieses führt schließlich durch Gewohnheitsrecht und ungeachtet der Zurückhaltung zahlreicher Länder, der vorrangigen Akteure im Völkerrecht, wie auch der fehlenden Erwähnung in internationalen Verträgen und Konventionen zur Schaffung dieses “Rechts”. Die Stellungnahme der COMECE bietet somit eine Klärung dieses Konzepts als auch einige Empfehlungen für die EU-Entscheidungsträger.
Die Veröffentlichung umfasst drei weitere Stellungnahmen zu den Themen “state of post-coma unresponsiveness” (“der Wachkoma-Zustand”), “human enhancement” (der Optimierung und einhergehenden Technisierung des menschlichen Körpers) und “non-commercialisation of parts of the human body” (“der Nicht-Kommerzialisierung von Teilen des menschlichen Körpers”). Die Publikation steht in englischer und französischer Sprache zur Verfügung und kann HIER eingesehen und heruntergeladen werden.
Das COMECE-Sekretariat beobachtet und analysiert die derzeitige EU-Politik und ihre Rechtssetzung unter anderem in den Bereichen Forschung, Gesundheit und anderen Themen, die eine Relevanz zur Bioethik aufzeigen. Zur fachlichen Einschätzung unterhält das Sekretatriat der COMECE seit 1996 eine Reflektionsgruppe zur Bioethik, zu denen 15 Fachleute aus diesem Themengebiet zusammenkommen. Die Diskussion der Experten, die teilweise von den nationalen Bischofskonferenzen entsandt wurden und mit Theologie, Philosophie, Jura, Medizin und anderen wissenschaftlichen Disziplinen zahlreiche Denkweisen zusammenbringen, bietet einen umfassenden Meinungsaustausch. Die Mitglieder treffen sich zweimal pro Jahr, um die Auswirkungen von wissenschaftlichen Fortschritten und biotechnologischen Innovationen für die Menschheit zu diskutieren. Hierzu werden oft externe Fachleute der EU-Institutionen oder anderen Organisationen eingeladen.
Die COMECE ist die Kommission der Bischofskonferenzen in der Europäischen Union. Sie setzt sich aus den delegierten Bischöfen der 26 katholischen Bischofskonferenzen zusammen, die alle EU-Mitgliedsstaaten repräsentieren. Seit nun mehr 30 Jahren begleitet die COMECE den Prozess der Europäischen Integration, indem sie die Rechtsgebung auf europäischer Ebene reflektiert. Die COMECE ist nach Artikel 17 (3) des Vertrags über die Arbeitsweise der EU Dialogpartner der EU-Institutionen.