Wednesday 22. May 2013
Geschichte der COMECE

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...wird groß

Der Fall der Berliner Mauer und die institutionellen Umwälzungen, die sich durch die Umsetzung der Einheitlichen Europäischen Akte und später den Vertrag von Maastricht ergeben, zwingen die junge Europäische Union dazu, ihre Identität und den Sinn ihres Aufbauwerkes neu zu überdenken. Jacques Delors mit seiner Intuition ist es, der sich u. a. an die Kirchen als sinnstiftende Instanz wendet und sie zur Teilnahme an den europäischen Debatten auffordert. Es entsteht ein zuweilen chaotischer, doch nichtsdestoweniger fruchtbarer Dialog zwischen den zuständigen religiösen Instanzen und den jeweiligen Kommissionen. Die COMECE behauptet ihre Stellung und gewinnt im Laufe der Jahre zunehmend an Dynamik. Persönlichkeiten wie Bischof Josef Homeyer (aus Hildesheim, Präsident der COMECE von 1993 bis 2006) und Msgr. Noël Treanor (Generalsekretär von 1993 bis 2008) drücken der COMECE ihren Stempel auf und initiieren tiefgreifende strukturelle und methodische Änderungen.


Um besser auf die rechtlichen Fragen, mit denen sich die Kirchen in Bezug auf die Europäischen Institutionen zu befassen haben, eingehen zu können, stellt das COMECE-Sekretariat zusätzliche Mitarbeiter ein, es antizipiert die EU-Erweiterung, intensiviert seine Informationsarbeit im Rahmen der neuen Zeitschrift Europe Infos und erlangt Expertise nicht nur im pastoralen, sondern auch im rechtlichen Bereich. Neben den Dialogseminaren mit der Kommission gibt es seit 1997 traditionell ein Treffen der COMECE und der EECCS (1) , und später die Kommission „Kirche & Gesellschaft" der KEK, mit jedem neuen Präsidenten des Europäischen Rates. Mit ihren wichtigen und kompetenten, von der katholischen Soziallehre inspirierten Beiträgen verfügt die COMECE über entscheidende Mittel zur Begleitung der EU-Politik. Sie arbeitet an allen Fronten, von der Vorbereitung der Europäischen Grundrechte-Charta bis hin zum Vertrag von Lissabon. Sie verweist eindringlich auf die christlichen Werte einer weltoffenen europäischen Gesellschaft, der das Gemeinwohl und die Würde des ganzen Menschen am Herzen liegt. Nicht zuletzt tritt sie für einen unverkrampften Dialog zwischen Glauben und Politik ein. Angesichts der zunehmenden Bedeutung der religiösen Dimension im Gemeinschaftsrecht setzt sich die COMECE für eine gesunde Zusammenarbeit zwischen Kirchen und Staaten ein, die durch die Festschreibung des Subsidiaritätsprinzips und die Anerkennung des Beitrags der Kirchen am europäischen Projekt in den Gemeinschaftstexten gewährleistet ist. Ihre Stimme findet Gehör: In Artikel 17 des Vertrags von Lissabon wird die dem Vertrag von Amsterdam zugehörige Erklärung Nr. 11 zum Status der Kirchen und weltanschaulichen Gemeinschaften aufgegriffen und damit die positive und wichtige Rolle Letzterer für die Gesellschaft anerkannt.


Im Laufe der Jahre hat die COMECE die Mittel erarbeitet, um die EU-Politik verfolgen und begleiten zu können. 2010 positioniert sie sich als unumgänglicher legitimierter Partner, im Vertrauen auf dieses europäische Projekt, das sie seit nunmehr 30 Jahren unterstützt, gestärkt durch ihre Erfahrung und die 26 Bischofskonferenzen, aus der sie sich zusammensetzt, und in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche.


Camille Albrieux
Studentin in Geschichte, Master II, Sorbonne-Paris 4
ehemalige Praktikantin bei der COMECE



(1) EECCS: European Ecumenical Commission for Church & Society



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